Projekt des Monats
Einmal im Monat zeichnet die Steuerungsgruppe Reformprozess eines der eingereichten Projekte als Projekt des Monats aus.
Alle Projekte des Monats
Mit christlicher Bildbetrachtung durchs Kirchenjahr
Ein Projekt der Stiftung St. Matthäus (Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz)

Kurzbeschreibung: In einem Museum interpretieren ein Kunsthistoriker und ein Theologe gemeinsam ein Kunstwerk.
Innovative, missionarische oder reformerische Idee des Projekts:
Im Gespräch vor den Kunstwerken entwickeln sich oftmals völlig neue Sichtweisen und Zusammenhänge von Kunst und biblischer Botschaft. Vorhandenes Wissen wird vertieft, die emotionale, sinnliche Seite des Glaubens bekommt in der Begegnung mit der Kunst ihr Recht.
Ausführliche Beschreibung
Hintergrund: Die Christlichen Bildbetrachtungen sind ein Angebot der Stiftung St. Matthäus, den Dialog von Kunst, Kirche und Kultur, wie er schon über Jahrhunderte hinweg existiert, immer wieder neu anzustoßen und zu beflügeln.
Gemeinsam mit den Staatlichen Museen zu Berlin wird Bürgerinnen und Bürgern ein niederschwelliger Zugang zu christlicher Botschaft in der Kunst geboten. Kunst als eigenständige Form der Weltwahrnehmung wird erfahrbar.
Das Projekt ermöglicht Lesehilfen für Kunstwerke, deren 'Text' ohne kunsthistorische, biblische und theologische Kenntnisse nur sehr oberflächlich erfasst werden würde. Es ist sowohl für Kunsthistoriker wie Theologen von großem Reiz, denn oftmals wissen selbst Kunsthistoriker wenig über die auf dem Bildwerk thematisierten biblisch-theologischen Zusammenhänge; umgekehrt verstehen Theologen oft wenig von Bildern, ihren Geheimnissen, ihrer eigenen Würde, ihrer Entstehung, ihrer Zeitgebundenheit und Ikonografie. Jetzt kommen aber beide Professionen in diesem Projekt zusammen und befruchten sich mit ihren Kenntnissen gegenseitig.
Vorbereitung: Quartalsweise werden durch eine/n Kunsthistoriker/in und den Direktor der Stiftung jeweils drei Bildwerke ausgewählt, danach werden drei Kunsthistoriker und drei Theologen angefragt, die sich auf den Dialog mit den Bildern und Besuchern/innen einlassen wollen und sich auf die Veranstaltung speziell vorbereiten.
Auf die Veranstaltung wird in Form von Plakaten, auf der Homepage der Stiftung, im Newsletter und in der Signatur der Stiftung hingewiesen; die Ev. Kirchenzeitung druckt den Termin rechtzeitig ab, die Onlineportale der Berlin-Magazine verweisen darauf.
Vorab erhalten die Referenten die jeweiligen Kontaktdaten ihres Mitstreiters, um sich inhaltlich auszutauschen; bei Bedarf haben die Referenten die Möglichkeit, das Bild vorab kostenlos im Museum zu besichtigen.
Durchführung: Im Dialog oder nacheinander (jeweils etwa 20 Minuten) legen die Referenten den ikonografischen, kulturgeschichtlichen und biblisch-theologischen Hintergrund des Bildes aus. Wesentlich ist, dass zuerst genau herausgearbeitet wird, was auf dem Bild zu sehen ist; der Kunsthistoriker informiert über die Herkunft des Bildes, seine Ikonografie und seine Geschichte, über den Maler und seine Zeit. Der Theologe arbeitet die biblischen Bezüge und theologischen Bedeutungszusammenhänge heraus. Dabei kommen auch frömmigkeitsgeschichtliche und bildpsychologische Fragestellungen zur Sprache. Es wird deutlich, dass die Künstler sehr häufig durch ihre Malerei an der Auslegung der Heiligen Schrift teilnehmen, indem sie bestimmte biblische Bezüge besonders herausstellen oder weglassen, etwas hinzufügen oder aktualisieren; Zusammenhänge herstellen, die in der biblischen Bezugsstelle so nicht gegeben sind.
Nachdem Kunsthistoriker/in und Theologe/in gemeinsam aus ihren Perspektiven das Bild 'ausgeleuchtet' haben, hat das Publikum das Wort. Es werden Beobachtungen zur Sprache gebracht, die bisher unbeachtet blieben; manchmal entsteht ein eigenes Gespräch; es werden sowohl Verständnis- als auch Sachfragen gestellt. Was innerhalb einer Stunde nicht gesagt wurde, bleibt unberücksichtigt. Die Veranstaltung endet genau nach einer Stunde; so dass sich die Teilnehmenden darauf verlassen können, dass der Abend nicht ausufert.
Nachbereitung / weitere Umsetzung: Die ausgearbeiteten Vorträge sollen in loser Reihenfolge demnächst auf www.evangelisch.de zum Nachlesen zur Verfügung stehen.
Dauer: 1 h
Arbeitsaufwand: je Bildwerk verschieden, etwa 1-3 Stunden Vorbereitung
Mitarbeitende: Kunsthistoriker/in, Theolog/in
Materialien: Handzettel
Kosten: Für Teilnehmer: Bisher keine, da die Veranstaltung in der Regel am eintrittsfreien Donnerstagabend stattfindet.
Für die Stiftung St. Matthäus: ca. 2500 €/p.a.; die überwiegende Zahl der Referenten arbeitet unentgeltlich; Personalkosten + Werbungskosten
Erfahrung / Auswertung:
Seit Januar 2002 wird diese Reihe durchgeführt und hat sich als außerordentlich fruchtbar und erfolgreich erwiesen. Zwischen 60 und 120 Personen nehmen regelmäßig an der Veranstaltung teil.
Alter: zwischen 18 und 70
Anzahl: zwischen 60 und 120
Kirchennähe der Teilnehmenden schwer einzuschätzen; eher gering.
Auswirkungen auf die Gemeinden schwer einzuschätzen, da die Teilnehmenden aus allen Teilen der Stadt Berlin kommen. Die Veranstaltung ist gleichzeitig ein Service für Kirchengemeinden, die aus eigenen Mitteln eine solche regelmäßige Veranstaltungsreihe nicht ermöglichen könnten (offen für Gemeindegruppen, Konfirmanden und junge Erwachsene). Die Veranstaltung erreicht unterschiedliche Gruppen und Bildungsmilieus, Christen und Nichtchristen; Im Rahmen der Pro-Reli-Kampagne 2009 in Berlin fanden die Christlichen Bildbetrachtungen erfolgreich erstmals auch für Schüler statt.
Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden: sporadisch
Tipps für Nachahmer/innen: In den Sommermonaten Juli und August sollte man keine Christlichen Bildbetrachtungen stattfinden lassen. Als gut hat sich erwiesen, dass die Veranstaltung in der Regel am eintrittsfreien Donnerstagabend stattfindet.
Links / Homepage: www.stiftung-stmatthaeus.de
Ansprechpartner:
Pfarrer Christhard-Georg Neubert
Direktor der Stiftung St. Matthäus -
Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Charlottenstraße 53/54
10115 Berlin
Tel.: 030/20355311
Fax 030.20355350
E-Mail: info@stiftung-stmatthaeus.de


