Kirche in der Fläche
Deutschland erfährt einen demografischen Wandel mit großer Dynamik. Die Kirchen sind davon umso mehr betroffen, als sie in der Altersstruktur ihrer Mitglieder deutlich älter sind als die Bevölkerung. Das hat Folgen: Kleiner werdende Zahlen - an Gemeindemitgliedern, Gottesdienstbesuchern, Konfirmanden, Kasualien, nicht zuletzt Kirchensteueraufkommen - finden ihren Niederschlag in vergrößerten Aufgabengebieten für die haupt-, neben und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Pfarrer/innen betreuen 5, 8, 10, 15 Gemeinden, Jugendmitarbeiter/innen versuchen die Jugendlichen auf einer Fläche von der Größe der Stadt Hannover im Blick zu halten, Kirchenmusikerinnen fahren 50.000 Kilometer im Jahr, um vier immer kleiner werdende Chöre zu leiten. Es liegt auf der Hand, dass bei einem weiteren Rückgang der Ressourcen in den sich ausdünnenden Regionen eine Dauerüberforderung der Mitarbeitenden droht.
Gerade um ihretwillen zählt zu den großen Herausforderungen, vor denen die Evangelische Kirche in Deutschland im 21. Jahrhundert steht, die Frage nach den Perspektiven für die "Kirche in der Fläche".
Die kirchlichen Gremien haben das Thema zu einem Schwerpunkt erklärt. Das Ziel ist ein Dreifaches: Die Strukturen müssen so umgestaltet werden, dass eine Entlastung erreicht und kreative Potentiale freigesetzt werden. Alternative Modelle gilt es zu entwickeln. Und die Umgestaltungsprozesse brauchen eine Fundierung durch Antworten auf die theologische Frage, welches Bild von Kirche in all dem leitend ist.

