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Grußwort der Schirmherrin des Forums 4 "Web 2.0 - PATONGO"
Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung
Ein internationales Netzwerk, vielfältige Kommunikationskanäle und große Ressourcen an Wissen, Erfahrung und Können machen die Kirchen zu "Global Playern". Erfolgreiches Wissensmanagement ist für Kirchen deshalb in gleicher Weise von zentraler Bedeutung wie für andere Institutionen, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen.
Modernes Wissensmanagement braucht moderne Informations- und Kommunikationstechnologien. Deshalb fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung Projekte, die mit Hilfe innovativer Technologien Lösungen suchen für Fragen des Wissenserwerbs, der Wissensvermittlung und des Wissensaustausches. Ziel ist dabei auch eine Technologie, die insbesondere Nichtregierungsorganisationen erlaubt, die interne Kommunikation, Sammlung und Weitergabe von Erfahrungswissen im Sinne des lebensbegleitenden Lernens zu verbessern. Die Evangelische Kirche in Deutschland ist ein starker Anwendungspartner zur Erprobung dieser Technologie. Weitere wichtige Verbundpartner sind die FernUniversität Hagen und das Institut für Wissensmedien in Tübingen.
Die evangelische Kirche hat lange und vielfältige Erfahrungen mit dem Einsatz neuer innovativer Medien. Das beweist nicht zuletzt die frühe Nutzung der entstehenden Buchdrucktechnik. Dafür steht auch die Übersetzung der Bibel ins Deutsche durch Martin Luther, die sowohl eine große Forschungsleistung als auch eine sprachliche Innovation war. Vor allem steht die Lutherbibel sowohl für einen neuen, demokratischen Zugang zu Wissen als auch für einen partizipativen Umgang mit Wissen.
Mit dem Forschungsprojekt PATONGO knüpfen wir an diese Traditionen an: Es zielt auf Bildung und nutzt die neuen Medien; es fördert Innovation und Partizipation, setzt konsequent auf Kommunikation und Begegnung. Die Internet-Plattform macht Grenzen durchlässiger: die Grenzen zwischen Gemeinden und übergemeindlichen Einrichtungen, die Grenzen zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Kirche und die Grenzen zwischen Landeskirchen. Damit kann PATONGO auch für andere Nichtregierungsorganisationen zum Modell werden.
Als Schirmherrin des Forschungsprojekts PATONGO und des Projektforums auf der Zukunftswerkstatt 2009 in Kassel wünsche ich der Veranstaltung einen guten Verlauf und viel Erfolg. Ich hoffe, dass die heutige Begegnung das Potenzial dieser partizipativen Technologie deutlich macht und Sie es für Ihre wichtige Arbeit in der Kirche fruchtbar machen können.
Prof. Dr. Annette Schavan, MdB
Bundesministerin für Bildung und Forschung

