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Predigten und Andachten

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Nachtgebet - Zukunftswerkstatt Kassel 2009

Margot Käßmann und Fritz Baltruweit

  Harfenmusik

Zur Ruhe kommen . mit dem Kanon: Herr, bleibe bei uns

Eröffnung

Liturgin: Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.

Alle: Bleibe bei uns und bei deiner ganzen Kirche.

Liturgin: Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt.

Alle: Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte, mit deinem Wort, mit deinem Trost und Segen.
Amen.

Lied und Meditation "Du stellst meine Füße auf weiten Raum" (Strophen 1-4)

Harfenmusik

Zuspruch zur Nacht

DU - dass wir zu Gott DU sagen dürfen, bewegt mich immer wieder. Ja, wir können "Herr" sagen. Oder "Geistkraft". Oder "Vater". Oder "Mutter". Aber mit Gott per DU zu sein, da sagt etwas aus über ein tiefes Vertrauensverhältnis. Wem ich das DU anbiete, mit dem verbindet mich etwas. Wer mir sein DU gibt, der ist mir nahe. DU, Gott. Eine Beziehung. Danke, dass DU da bist.

DU STELLST MICH. Ich bin nicht ziellos auf der Welt. Ich bin gestellt. Martin Luther sagte, Gott beruft uns, das ist unser Beruf, ob als Magd oder Fürst, als Erzieherin oder Manager, als Unternehmerin oder Familienvater. Wir sind gestellt an unseren Ort. Verantwortlich als Christinnen und Christen zu leben.

UNSERE FÜSSE - im Original heißt es: "meine Füße". Aber als Kirche sind "unsere Füße" natürlich viel besser. Wir. Eine Gemeinschaft. In der Tat, nicht immer großartig, leuchtfeuer-mäßig. Manchmal kleinlaut, verzagt. Aber was für ein Trost: auch am Anfang hat Jesus keine Elitetruppe rekrutiert. Petrus hat ihn sogleich verleugnet, Maria von Magdala hatte einen zweifelhaften Ruf und Paulus musste erst den Saulus hinter sich lassen. Und gleich die ersten Gemeinden, Jerusalem, Korinth, sie kannten Konflikte. Wir. Eine Gemeinschaft. Mit Fehlern. Aber gemeinsam von Gott in die Welt gestellt.

WEITER RAUM. Der kann Angst machen. Reform, Veränderung. Aber auch Enge kann ja bedrohlich wirken, die Angst vor Veränderung, die Enge meiner Vorgaben. Mut zur Verände-rung. Raum aber auch, der weiß um Leiden und Tod in dieser Welt und um Gottes weiten Raum, der alles überschreitet, was wir kennen und wissen. Jesus Christus ist für uns keine Toter, sondern ein Lebender, der erkannt hat auf der anderen Seite des Spiegels. Er hat unseren Lebensraum unendlich erweitert.

So gehen wir in diese Nacht:

  • mit der Gewissheit, dass Gott unser großes DU ist, unser Gegenüber im Leben
  • mit dem Vertrauen, dass wir an unseren Ort, an den wir gestellt sind, wirken können
  • mit der Zuversicht, dass unsere Kirche als Gemeinschaft für alle Brüche in unserer Zeit vom Glauben erzählen wird
  • mit der Ermutigung, dass wir als Kirche im weiten Raum Zeugnis geben davon, dass wir Gott über alle Dinge lieben und den Nächsten wie uns selbst.

Diese Gewissheit, dieses Vertrauen, diese Zuversicht und diese Ermutigung schenkt uns Jesus Christus. Amen

Gesungenes Gebet
Jeweils 2x singen, dann 2x summen: "Mmh... mmh. Dein Licht leuchte uns."

Stille

Vater unser

Abschluss

Liturgin:  Bald lege ich mich zur Nacht. Gott, decke du den Himmel über uns. Dein befreiendes Wort leite und begleite uns.

Alle: Bleibe bei uns, Gott.

Liturgin: Dein wärmendes Licht leuchte über uns.

Alle: Bleibe bei uns, Christus.

Liturgin: Dein erfrischender Lebenshauch wehe uns an.

Alle: Bleibe bei uns, Heiliger Geist.

Liturgin: So wollen wir in diese Nacht gehen umhüllt, umsorgt und umleuchtet.

Segen

Lied: Der Mond ist aufgegangen (Strophen 1.3.7)


Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover), Fritz Baltruweit (Hildesheim) und Konstanze Kuß (Hannover)

Film vom Nachtgebet


 

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Publikationsdatum dieser Seite: Freitag, 2. März 2012 10:37